„Dem Streben nach Verlangsamung liegt die Auffassung zugrunde, dass die gesellschaftliche und vor allem wirtschaftliche Entwicklung in den entwickelten Industriegesellschaften eine Eigendynamik gewonnen habe, die Hektik und sinnlose Hast in alle Lebensbereiche hineintrage und dabei jedes natürliche und insbesondere menschliche Maß ignoriere. Dem Streben der Berufswelt nach Komplexität, Effektivität, Hast, Hektik, schneller, höher, weiter und mehr wird die Entschleunigung entgegengesetzt. Dabei geht es nicht um Langsamkeit als Selbstzweck, sondern um angemessene Geschwindigkeiten und Veränderungen in einem umfassenden Sinn: im Umgang mit sich selbst, mit den Mitmenschen und mit der umgebenden Natur.“ [wikipedia.de]

Hektik, Stress, Komplexität und (Zeit)Druck sind Erscheinungen, mit denen jede/r vertraut ist. Wir wollen dem Trend der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beschleunigung entkommen, indem wir uns fragen: „Wie wollen wir eigentlich leben?“

Unsere Antwort: Entschleunigung.

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UNSERE ZIELE:

Bewusstsein schaffen
Wir wollen zum Nachdenken anregen und einen Raum anbieten, um den eigenen Alltag zu reflektieren, um so ein Bewusstsein für die eigene und gesellschaftliche Lebensführung schaffen.

Alternativen aufzeigen
Individuelle und kollektive Lebensführung sind veränderlich! Wir möchten Handlungsoptionen und alternative Lebensentwürfe aufzeigen.

Multiplikatoren stärken
Die Impulse, die wir setzten, sollen weitergetragen werden. Denken, Austauschen, Diskutieren und Handeln sind die Fähigkeiten der Multiplikatoren, die wir stärken möchten.

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Wie alles begann: DIE AG ENTSCHLEUNIGUNG…

…ist im Mai 2011 im Rahmen der ‚entwicklungspolitischen Lernwerkstatt‘ ASA von ehemaligen ASA-Stipendat*innen gegründet worden. Kurz darauf wurde ‚Entschleunigung‘ zum Jahresthema des ASA-Programms gewählt; es folgten zahlreiche Workshops und politische Aktionen innerhalb und außerhalb des ASA-Programms.

Das Jahresthema ist aus der AG ‚Millenniumsziele für den Norden‘ hervorgegangen, die im März 2011 gegründet worden war. Durch eine kritische Auseinandersetzung mit Entwicklungszusammenarbeit sind wir zur Überzeugung gelangt, dass sich diese zu sehr an (scheinbaren) Defiziten der Länder des Globalen Südens orientiert. Aus der Perspektive, dass „entwickelte“ Länder des Nordens „unterentwickelten“ Ländern des Südens „helfen“ müssen, wurden auch die MDGs (Millennium Development Goals der Vereinten Nationen) verfasst. Um einer solchen Urteilshaltung und Defizitorientierung gegenüber den Ländern des Globalen Südens entgegen zu treten, verfolgte die AG das Ziel, den Blick auf unsere eigene(n) Gesellschaft(en) und unsere Defizite und Probleme zu richten. Aus einer kritischen Perspektive gegenüber dem ‚Entwicklungsland Deutschland‘ haben sich der Umgang mit Zeit und das Thema Beschleunigung als zentrale Ansatzpunkte der Gesellschaftskritik heraus kristallisiert – und damit die Gründung der AG Entschleunigung eingeleitet.

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… UND JETZT: ENTSCHLEUNIGUNG ALS INTERDISZIPLINÄRER THINK TANK:

DER BLOG
Nachdem wir als Jahresthema bei ASA abgelöst wurden, nehmen wir uns bewusst Zeit für eine Neuausrichtung. Diese manifestiert sich momentan vor allem in Form einer literarischen, journalistischen, medialen Auseinandersetzung mit dem Thema Beschleunigung. Wir möchten diesen Blog als eine interaktive Plattform des Austauschs über das Thema etablieren und nicht nur Beiträge aus eigener Feder posten, sondern die Seite öffnen, für alle Menschen, denen Entschleunigung ein Anliegen ist oder die eine kritische Perspektive einbringen.
Ob Selbstexperimente, Workshops, Bücher- oder Filmrezensionen, Audiobeiträge oder Gedankenfragmente – kommt auf uns zu, wir freuen uns euch zu veröffentlichen!

WORKSHOPS & AKTIONEN
Einzelne von uns geben als freiberufliche Trainerinnen Workshops zu den Themenfeldern Zeitkompetenz & Entschleunigung. Wir beschäftigen uns auch dabei auf zwei Ebenen mit der Thematik:

  • gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge
  • …Beschleunigung als wirtschaftliches, soziologisches oder anthropologisches Phänomen (Wirtschaftswachstum, Produktivitätssteigerung, Post-Wachstum, Zeitwahrnehmung, Medien, Gesundheit/BurnOut).

  • individuelle Perspektive
  • … hier stellt sich die Frage: „Wo bin ich persönlich von Beschleunigung betroffen und wie wird das Tempo in meinem Leben bestimmt?“. In Beiträgen und Diskussionsrunden soll vor allem kritisch reflektiert werden. In Workshops experimentieren wir mit entschleunigenden Methoden und Instrumenten: Diese reichen von Yoga, Meditation und Eurythmie über kreatives Schreiben, Clownerie, Bilderhauerei und Wandern, bis hin zur Formulierung konkreter Schritte für Veränderungen in einem Alltag, der von to-do-Listen und Anpassungszwang geprägt ist.

    Wir arbeiten sowohl inhaltlich als auch methodisch, kreativ und aktionistisch zu diesem Themenfeld. Das Ziel ist stets, das Bewusstsein für das eigene, angemessene Lebenstempo zu schärfen. Dabei geht es also um Veränderungen im Umgang mit uns selbst, den Mitmenschen und der uns umgebenden Natur. Es geht um die Besinnung auf das Wesentliche. Um bewusstes Sein.
    Entschleunigung ist unserer Meinung nach die zentrale Voraussetzung für nachhaltigen und positiven gesellschaftlichen Wandel und eine gerechtere und nachhaltige Globalisierung.

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